Ich habe das Glück gehabt, bei einem Projekt ("Unterrichtsgarantie plus" hies das) ganz offiziell in einer Schule unterrichten zu dürfen. Das ist meine Realschule gewesen, wo ich selbst die Schulbank gedrückt habe, also noch einmal eine ganz eigene Erfahrung, da teils meine alten Lehrer noch da waren.
Bis dato hatte ich allenfalls Vorträge im Verein gemacht oder eben Referate in der Schulzeit halten dürfen. Ahnung, wie Schulunterricht vorbereitet, gehalten etc. wird hatte ich nicht.
Nach der ersten Stunde, die ich gehalten habe, gabs ein Feedback von Anleiter und Schülern. Was gut war, was ich besser hätte machen können etc. Also viel war es nicht, was besser gemacht hätte werden können. Die Kids haben mir durchweg eine 1 oder 2 gegeben, der Anleiter sah es genauso. Und das wichtigste war, es hat mir Spaß gemacht ! Wer keinen Spaß hat zu unterrichten, der sollte es besser sein lassen. Das ist ein Tipp von mir.
Im Enddeffekt läuft es so ab, als würde man einen Vortrag oder ein Referat halten. Eine grobe Umschreibung:
1.
Man überlegt sich, was man in der Stunde machen möchte, und wie die gesteltet werden soll. Also beispielsweise Gruppenarbeit oder ("lebendiger") Vortrag ? Ob und welche Medien (z. B. Karten, Folien / Overhead, Bio-Modelle wie Skelett oder Torso etc.) möchte ich einsetzen ?
2.
Materialsammlung zu einem Thema zusammenstellen.
3.
Folien / Arbeitsblätter vorbereiten oder eben Stichpunkte, wenn man mit Tafel / Kreide arbeitet
4.
Wenn man die Schüler glücklich machen möchte, dann hat man für sie alle Materialien in einem "Script" (Lose Blätter zum Abheften / Beim Seminar abgeheftet in einer Mappe) schon zusammen gefasst. Gut ist dabei, dass keiner mitschreiben muß, und viel besser dem Unterricht folgen kann. Ausserdem sind wichtige Dinge im Script drin, so dass die nicht vergessen werden.
In der Schule habe ich Hausaufgaben aufgegeben, die entweder ich in der nächsten Stunde durchgesprochen habe, oder eben dann der Lehrer, den ich vertreten habe. Wenn ich nicht selbst da war, habe ich einen Lösungszettel und eine Art "Übergabe" ins Fach gelegt. Hausaufgaben halte ich übrigens für wichtig, weil man sich zuhause noch einmal mit dem Lehrstoff beschäftigen muß. In der Erwachsenenbildung - sprich Seminar - kann man das meistens nicht bringen. Da könnte man höchstens Fragen beilegen, plus Lösungsblätter zu Selbstüberprüfung. Ist halt die Frage, was man für ein Thema hat.
Anders mache ich das im Prinzip auch nicht beim Präsenzunterricht / Seminar, was die Vorbereitung angeht.
Ansonsten gibt es für die Teilnehmer eines Vortrages / Seminar natürlich ein Teilnahmezertifikat bzw. Teilnahmebestätigung, welches die Teilnahme bestätigt. Ich versuche diese auch grafisch ansprechend zu gestalten (Dickeres farbiges Papier, Urkundenpapier, Schmuckschrift etc.), denn die meisten Leute hängen die dann auch auf. Aufgehängte Zertifikate sind auch für mich eine "Kleine" Werbung, denn man erinnert sich an mich, und besucht eine weitere Veranstaltung.